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Das Vaterunser wurde von Jesus Christus gelehrt und ist im Matthäus- und Lukasevangelium überliefert. Der Begriff "Evangelium" bedeutet aus dem Griechischen wörtlich "Gute Nachricht". In der Bibel, genauer im Neuen Testament, bezieht sich dieser Begriff auf die vier Berichte über das Leben, die Lehren, den Tod und die Auferstehung von Jesus Christus.

 

Diese Berichte sind bekannt als die Evangelien nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.

Diese vier Evangelien bieten verschiedene Perspektiven auf das Leben und die Lehren Jesu:

 

Das Matthäusevangelium:
Dieses Evangelium betont die Erfüllung alttestamentlicher Prophezeiungen durch Jesus und stellt ihn als den erwarteten Messias dar. Es enthält die ausführlichste Version der Bergpredigt und damit auch des Vaterunsers.

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Das Markusevangelium
Als das kürzeste Evangelium ist es direkt und actionreich, wobei es stark auf die Wunder und das Wirken Jesu fokussiert. Die Beziehung zwischen Jesus und seinem himmlischen Vater wird durch die wiederholte Betonung von Jesu Gehorsam und seiner Mission, Gottes Willen zu erfüllen, deutlich.

 

Das Lukasevangelium:
Dieses Evangelium legt grossen Wert auf das Mitgefühl und die Barmherzigkeit Jesu, insbesondere gegenüber den Ausgegrenzten und Bedürftigen. Es beschreibt auch das Gebetsleben Jesu intensiv und unterstreicht seine Abhängigkeit und enge Verbindung zu seinem Vater im Himmel.

 

Das Johannesevangelium:
Es hebt die göttliche Natur Jesu hervor und betont die intime und einzigartige Beziehung zwischen Jesus und Gott, seinem Vater. Diese Beziehung wird durch viele tiefgehende theologische Gespräche und Gebete im Evangelium verdeutlicht.

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Doch sind die überlieferten Berichte über das Leben von Jesus zuverlässig und entsprechen sie der Wahrheit?

 

Diese und weitere Fragen hat Johannes in seinem Bericht im Fokus. In seinem Evangelium ist auch die Frage von Pontius Pilatus nach der Wahrheit überliefert. „Was ist Wahrheit?“ Diese Frage stellte er Jesus Christus, als dieser als Angeklagter vor ihm stand. Obwohl Pilatus keine Schuld an ihm fand, sollte er auf Drängen der religiösen Elite das Todesurteil über ihn aussprechen.

 

Nicht nur Pilatus stellt die Frage nach dem Wesen der Wahrheit, denn die Wahrheit ist eine komplexe Angelegenheit und wird je nach Kontext unterschiedlich bewertet. Als eines der zentralen Themen zieht sich die Frage nach der Wahrheit wie ein roter Faden durch das Evangelium des Johannes. Die dokumentierten Aussagen von Jesus Christus zur Wahrheit gipfeln in seiner Behauptung, dass er die personifizierte Wahrheit ist. Mit diesem polarisierenden Absolutheitsanspruch sprengt Jesus jegliche Vorstellung über das Wesen der Wahrheit.

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»Ich bin der Weg, denn ich bin die Wahrheit und das Leben.

Einen anderen Weg zum Vater gibt es nicht«.
Johannes 14, 6

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